Shopify oder eigener Shop? So entscheiden Sie
- Lesezeit
- 4 Min.
- Veröffentlicht
- 30. September 2026
- Kategorie
- E-Commerce

Shopify, WooCommerce oder individuelle Lösung? Kosten, Grenzen, Rechtliches und fünf Fragen, mit denen Sie die passende Shop-Plattform finden.
Wer online verkaufen will, steht früh vor einer Grundsatzfrage: eine fertige Plattform wie Shopify nutzen oder einen eigenen Shop aufbauen lassen? Beides kann richtig sein. Entscheidend ist nicht, welche Lösung „besser“ ist, sondern welche zu Ihrem Sortiment, Ihren Abläufen und Ihren Plänen passt. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Unterschiede und endet mit fünf Fragen, die Ihnen die Entscheidung erleichtern.
Was mit „eigenem Shop“ gemeint ist
Unter einem eigenen Shop werden meist zwei Dinge verstanden:
- Selbst betriebene Shopsoftware wie WooCommerce (eine Erweiterung für WordPress) oder Shopware. Die Software ist vorhanden, Sie oder Ihr Dienstleister kümmern sich aber um Hosting, Updates und Sicherheit.
- Eine individuell entwickelte Lösung, die genau auf Ihre Abläufe zugeschnitten ist – etwa als eigene Anwendung mit Anbindung an bestehende Systeme.
Shopify dagegen ist eine gemietete Komplettlösung: Hosting, Sicherheit, Bezahlvorgang und Updates übernimmt der Anbieter, Sie zahlen dafür eine monatliche Gebühr.
Was für Shopify spricht
Shopify nimmt Ihnen viel Technik ab. Sie müssen sich nicht um Server, Sicherheitsupdates oder einen funktionierenden Checkout kümmern und können sich auf Sortiment, Marketing und Kundenservice konzentrieren. Produkte, Bestände, Bestellungen und Versand verwalten Sie in einer Oberfläche, die ohne Programmierkenntnisse auskommt.
Für zusätzliche Funktionen gibt es einen großen App-Marktplatz, etwa für Bewertungen, Newsletter oder Buchhaltung. Das Design lässt sich über Themes anpassen oder komplett individuell gestalten.
Bei den Kosten sollten Sie mehr als die Monatsgebühr betrachten. Shopify bietet mehrere Tarife (Basic, Grow, Advanced und Plus). Wer nicht Shopifys eigenen Zahlungsdienst Shopify Payments, sondern einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt laut Preisseite zusätzlich eine Transaktionsgebühr – je nach Tarif zwischen 2 und 0,2 Prozent (Stand Oktober 2026). Dazu kommen oft kostenpflichtige Apps. Rechnen Sie deshalb mit den Gesamtkosten pro Monat, nicht nur mit dem Grundpreis.
Wo Shopify an Grenzen stößt
Mit der Bequemlichkeit geht eine gewisse Abhängigkeit einher. Sie nutzen die Plattform nach den Regeln und Preisen des Anbieters, und manche Abläufe lassen sich nur so umsetzen, wie Shopify sie vorsieht. Prüfen Sie vorab, ob besondere Anforderungen – etwa am Bezahlvorgang – in Ihrem Tarif möglich sind.
Beruhigend: Sie sind nicht eingesperrt. Produkte lassen sich zum Beispiel als CSV-Datei exportieren, was einen späteren Umzug deutlich erleichtert.
Wann sich eine eigene Lösung lohnt
Eine individuelle Lösung spielt ihre Stärken aus, wenn Ihr Geschäft nicht ins Standardmuster passt, zum Beispiel bei:
- Produktkonfiguratoren, bei denen Kunden Produkte aus vielen Optionen zusammenstellen und der Preis sich daraus berechnet,
- B2B-Abläufen mit kundenindividuellen Preisen, Freigaben oder Rechnungskauf nach eigenen Regeln,
- engen Anbindungen an Warenwirtschaft, ERP oder eigene Datenbanken,
- besonderen Geschäftsmodellen, etwa Mietprodukte, Abos mit komplexer Logik oder Marktplätze.
Der Preis dafür: höhere Startkosten für die Entwicklung und die Verantwortung für Betrieb, Updates und Sicherheit – entweder bei Ihnen oder bei einem Dienstleister, mit dem Sie das vertraglich regeln. Bei selbst betriebener Software wie WooCommerce oder Shopware fallen meist geringere Entwicklungskosten an, der Pflegeaufwand bleibt aber bei Ihnen.
Rechtliches gilt für jede Lösung
Egal, wofür Sie sich entscheiden: Die rechtlichen Pflichten eines Onlineshops bleiben gleich. Dazu gehören unter anderem Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und ein Bestellbutton, der nach § 312j BGB eindeutig beschriftet ist – etwa mit „zahlungspflichtig bestellen“. Für Shops, die sich an Verbraucher richten, gelten zudem seit dem 28. Juni 2025 die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen bei Dienstleistungen (Übersicht der IHK Stuttgart).
Eine Plattform nimmt Ihnen diese Pflichten nicht ab, kann die Umsetzung aber erleichtern. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung; für Rechtstexte lohnt sich ein spezialisierter Anbieter oder eine Anwaltskanzlei.
Fünf Fragen für Ihre Entscheidung
- Passt Ihr Verkaufsprozess in einen Standard-Shop? Wenn ja, ist Shopify meist der schnellere und günstigere Start.
- Wer kümmert sich um Technik und Sicherheit? Ohne eigene Ressourcen spricht viel für eine gehostete Lösung.
- Welche Systeme müssen angebunden werden? Je mehr und je individueller, desto eher lohnt sich eine eigene Lösung.
- Wie hoch sind die Gesamtkosten über zwei, drei Jahre? Monatsgebühren, Transaktionsgebühren und Apps auf der einen, Entwicklung und Wartung auf der anderen Seite.
- Wie schnell wollen Sie starten? Eine Plattform ist in der Regel deutlich schneller einsatzbereit als eine Eigenentwicklung.
Unsere Empfehlung für die meisten Händler: klein und sauber starten, messen, was funktioniert, und dann gezielt erweitern. Ein Wechsel ist später möglich, wenn das Geschäft es verlangt.
Wie wir Shops planen und umsetzen, mit Shopify oder als individuelle Lösung, zeigen wir auf unserer Seite zu E-Commerce & Shopify. Wenn Sie Ihre Situation konkret besprechen möchten, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch.
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